Tech-Tipp - So sagt ihr der Kamera, wie sie das Licht messen soll

Heute wollen wir einen Tipp zum Thema Technik zum Besten geben.

Kleine Helferlein oder auch "Ausrufezeichen" in der Fotografie, die den ein oder anderen Fehler bei Fotos erklären können oder die der Fotograf* auch gern mal wieder vergisst.

 

Wir starten mit der BELICHTUNGSMESSUNG.

 

Wieviel Licht euer Foto braucht, sagt euch die Belichtungsmessung. Zusammen mit der Blende, Verschlusszeit und ISO habt ihr die Komponenten zusammen, die ihr für die Belichtung eines Fotos braucht.

 

Erste Methoden um die richtige Belichtung festzustellen gab es bereits im 19. Jahrhundert (für die Geschichtsfanatiker ---> WIKIPEDIA)

 

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, wie die Kamera eine Lichtsituation interpretiert, die ihr fotografieren wollt. Welche Art der Belichtungsmessung die Kamera anwenden soll, könnt ihr festlegen. Die Bildergebnisse können dabei, je nach gewählter Methode, durchaus unterschiedlich ausfallen. Gewollt oder ungewollt...

 

Wie ihr an der Kamera die entsprechende Messmethode ändert, könnt ihr in eurem Kamerahandbuch nachlesen. Oft geht es bei den Kameras im Quick-Menü über das Kameradisplay oder über einen eigens dafür angebrachten Knopf an der Kamera.

 

Die Belichtungsmessung erfolgt über eine Vielzahl von Messpunkten, die über den Kamerasensensor verteilt sind. Je nach Messmethode erfolgt eine unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Messpunkte.

1. Methode - Mehrfeldmessung (Matrixmessung)

Die Mehrfeld- oder auch Matrixmessung ist sicherlich die meist genutzte Messmethode, wenn es um die Belichtung geht. Durch die fortschreitende Entwicklung kann man mit dieser Methode in den meisten Lichtsitution mit einem ausgewogenem Belichtungsergebnis rechnen.

Alle zur Verfügung stehenden Lichtmesspunkte werden hierbei gleichmäßig berücksichtigt.

 

Wo macht die Methode Sinn?

Im Grunde immer - wir empfehlen Sie quasi als Standard einzustellen

2. Methode - Selektivmessung

Die Selektivmessung grenzt die Anzahl der Messpunkte schon erheblich ein.

Hier werden nur ca. 9% des Sucherbildes bei der Lichtmessung berücksichtigt und zwar nur um die Mitte des Sucherbildes herum.

 

Wo macht diese Methode Sinn?

Immer dann, wenn nur das in der Mitte des Suchers stehende Motiv für die Belichtung wichtig ist. Oder ich arbeite im manuellen Modus und suche mir durch das aufeinanderfolgende Messen der sowohl hellen als auch dunklen Bildteile eine eigene ausgewogene Belichtung, z.B wenn der hell-dunkel-Kontrast sehr stark ist.

 

Bei ausgewogenen Lichtverhälntissen ist oft kein oder kaum ein Unterschied zur Mehrfeldmessung festzustellen (siehe unten).

2. Methode - Spotmessung

Die Spotmessung sagt dem Namen schon nach was passiert.

Es wird nur noch ein zentraler Punkt bei der Lichtmessung berücksichtig. In Zahlen sind das nur 2-5% des Sucherfeldes. Meist ist die Messung an das aktive Autofokusfeld gekoppelt.

 

Wo macht diese Methode Sinn?

Bei extremen Gegelichtverhältnissen (Mensch steht vor Scheibe - drinnen dunkel draußen hell) und ich keine andere Möglichkeit habe, einzugreifen (Einsatz von Blitz, Umplatzierung meines Objekts o.ä.).

In der Produkfotografie - bei Schmuckstücken soll die Belichtung exakt auf einem Punkt stimmen.

Nicht berücksichtigt haben wir die teilweise in den Kameras noch vorhandene Integralmessung. Aufgrund der höheren Genauigkeit der Mehrfeldmessung findet sie nach unserer Meinung kein Einsatzgebiet mehr. Aber korrigiert uns da gerne!

Die Methoden im Fotovergleich

Mehrfeldmessung

Ausgewogenes Lichtergebnis
über alle hellen und dunklen Bereiche.


Selektivmessung

Kaum ein Unterschied zur Mehrfeldmessung. Durch die Begrenzung auf einen zentralen Bereich kommt hier die Zeichnung auf dem Tisch etwas besser zur Geltung.

 

Spotmessung

Deutlicher Unterschied zu den anderen Messmethoden. Durch die Koppelung an das Autofokusfeld (liegt auf dem Tischbein) wurden die dunklen Bereiche stark angehoben. Das Bild wirkt überbelichtet.

 


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Habt ihr Anregungen für weitere Tipps?

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!Immer gut Licht!

* Wir verwenden der Einfachheit halber den männlichen Begriff. Selbstverständlich sind auch alle Fotografinnen angesprochen!

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