TECHTIPP - 2,3 Kilo Spaß am Fotografieren -  Teil 2 - Eishockey

Der letzte Techtipp ist schon wieder viel zu lange her. Sorry about that...

Aber endlich geht es mal weiter...mit unserem Teil 2 unseres Objektivtest.

 

Wer sich an diesen Post noch erinnert...wir haben das AF-S NIKKOR 200–500 MM 1:5,6E ED VR  zum ausgiebigen Test bekommen. 

Ausgepackt und ab zum Härtetest was die Fokussiergeschwindigkeit angeht - Eishockey. Wir waren zu Gast in der DEL - der deutschen Eishockey Liga - bei den Grizzlys in Wolfsburg.

Eishockey gehört mit zu den schnellsten Sportarten überhaupt. Die Sprints und Tempowechsel sind eine Herausforderung für jeden Fotografen und für die entsprechende Technik. Um so mehr waren wir gespannt, wie sich unser Testkandidat hier schlägt.

 

Erste Schwierigkeit - nur Blende 5,6 maximal.

Die Beleuchtung in den Hallen ist oft eher dürftig und erfordert gern eine Blende 2.8 oder noch offener, um auf entsprechend helle Bilder bei schnelle Verschlusszeiten zu kommen. Also die ISO auf 5000 fest und somit kamen wir auf eine 1/800 Verschlusszeit bei Blende 5,6. So nebenbei - unter 1/800 würden wir bei Eishockey nicht gehen. Man handelt sich sehr schnell Bewegungsunschärfen ein.

 

Hier mal das Original-Foto: 

Hier dann mal die Gegenüberstellung mit Beschnitt und Belichtungskorrektur über Photoshop:


Originalbelichtung mit Beschnitt

Belichtung mit Korrektur +1,0 und Beschnitt


Heißt, was die Belichtung betrifft - in dunklen Hallen rauf mit der ISO um auf schnelle Verschlusszeiten zu kommen. Das Nachsehen haben hier ganz klar ältere Sensoren oder überhaupt Sensoren, die Qualitätsdefizite bei ISO-Werten ab 3200 haben.

 

Das nächste Thema Autofokus - der Fotograf muss  hier mit etwas langsamerer Geschwindigkeit klarkommen. Wir haben hier als Referenz die Modelle von Nikon 70-200/2.8 und 200-400/4.0 im Einsatz. 

Grundsätzlich gilt erstmal - nur mit AF-C arbeiten. Also dem kontinuierlichen Autofokus. Alles andere macht bei diesen Geschwindigkeiten kein Sinn und würde sicherlich für reichlich Frust bei der Bildbetrachtung sorgen. 

 

Des Weiteren ist ein Einbeinstativ Pflicht.

 

Bei schnellen Zufahrten der Spieler - also direkt auf die Kamera zu - kam es schon dann und wann zu Aussetzern in der Fokussierung. Heißt, der Autofokus kam mit der Geschwindigkeit nicht mehr mit.

 

In der Nikon D4 kann man über die Option "Focus Tracking with Lock On" der Kamera mitteilen, wie schnell Sie reagieren soll, wenn sich die Distanz meines Objektes ändert. Diese Option stellt quasi die Empfindlichkeit des AF-C-Modus ein, wie schnell er reagiert, wenn z.B. ein fremdes Objekt zwischen mein fokussiertes Objekt und der Kamera kommt. Hier konnten wir durch den Wechsel von "Normal" zu "Schnell" noch etwas Geschwindigkeit im Fokus herausholen.

 

bei diesen Motiven hatte der Autofokus das ein oder andere Mal das Nachsehen

Fazit: 

Bei schnellen Sportarten muss FotografIn hinsichtlich Autofokus gewisse Einschränkungen hinnehmen. Insbesondere wenn die schnellen Bewegungen in Richtung Kamera gehen. 

Auch bei der maximal offenen Blende von 5,6 kommt man um hohe ISO Werte nicht umhin, um auch entsprechend gute Belichtungszeiten zu kommen.

 

Unter dem Strich bleibt aber ein positiver Gesamteindruck. Vergessen werden sollte bei der Betrachtung nicht, dass das Objektiv bei einer festen Blende über den gesamten Zoombereich ein Bruchteil von dem kostet, was die sogenannten Profi-Objektive einem an Investitionen abverlangen. Gewisse Abstriche sind aus unserer Sicht ganz normal in diesem Bereich

 

Einzig die doch sehr wackelige Stativschelle sollte bei späteren Baureihen unbedingt mal nachgebessert werden...liebe Leute von NIKON ;-)

 

Im Teil 3 geht es mit Bundesligafußball weiter....von der Geschwindigkeit wird es etwas ruhiger, aber die Distanzen werden größer.

 

Also...es bleibt weiter spannend...freut euch drauf.

 

Hier noch ein paar Fotoergebnisse - einmal out of the Cam und dann bearbeitet.

Viel Spaß damit!

 

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